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Nach dem Remis in Runde 2 wollen wir einen vollen Erfolg um den Anschluß nicht zu verlieren.Unser Gegner und Tabellenführer wird aber alles tun um das zu verhindern. Die Anspannung ist groß - wie groß zeigt sich gleich zu Beginn.

Bei meinem Eintreffen mit dem Schachmaterial sind bereits einige Kollegen als Helfer da. Die Bretter werden aufgelegt und die Figuren aufgestellt - und ich öffne den Uhrenkoffer! Schei..e, die falschen Uhren - ich hab den falschen Koffer mitgebracht! Jetzt treffen auch schon unsere Gegner ein. Alle gemeinsam versuchen die "Trainingsuhren" auf den Spielmodus zu speichern. Ohne Lesebrille versuche ich erst gar nicht dabei zu helfen - ich fahre ins Europahaus und bringe kurz nach 15:00 die richtigen Uhren. Jetzt kann ich endlich die Begrüßung machen und starten. Das hab ich nur so gedacht - jetzt fehlen auch noch Unterlagen und Turnierblätter! Das ist nicht mein Tag! Nochmal ins Europahaus. Alle warten geduldig bis es mit 30 Minuten Verspätung los geht.

Brett 1: Sailer Werner (1868) - Sepetavc Walter (1906)   0 : 1

Werner hat sich wohl von meiner Nervosität anstecken lassen. Kaum begonnen meldet er seine Niederlage.

Brett 2: Schellnast Oskar (1823) - Wagenleitner Wolfgang (1816)   1 : 0

Spannung pur - anders kann man diese längste Partie nicht zusammenfassen. Wolfgang wird vom Ansturm des Gegners überrascht. Er kann den Königsflügel nicht entwickeln und muß deshalb den König im Zentrum schützen. Obwohl die Partie schon lange "klar verloren" ausschaut, kann er 35 Züge ein Remis halten. Erst in Zeitnot macht er einen entscheidenten Fehler und verliert die Partie.

Brett 3: Schranz Martin (1795) - Kiraly Ferencz (1844)   1/2 : 1/2

Martin sieht nach der Eröffnung ein klares Remis am Brett. Deshalb nimmt er auch das Remis-Angebot seines Gegner sofort an.

Brett 4: Amtmann Michael (1714) - Klasinc Kristjan (1756)   0 : 1

Kristjan kann den Angriff auf seinen König stoppen und gleichzeitig seine Figuren gefährlich vor dem gegnerischen König versammeln. Es ist nur noch eine Frage der Zeit bis die Verteidigung bricht. Der schwarzer h-Bauer greift die 3. Reihe an. Jetzt passieren aber Fehler! Plötzlich wird aus dem tollen Angriff ein Figurenrückstand. Zum Glück für Kristjan macht aber auch mein Sohn in Zeitnot einen schlimmen Fehler - und verliert.

Brett 5: Amtmann Franz (1734) - Tröster Franz (1760)   1/2 : 1/2

So wie ich durcheinander war, ist mein schwacher Start beinahe logisch. Nach 10 Zügen wollte ich die Partie schon aufgeben. Mein Gegner macht den Sack aber nicht zu und lässt mich aktiv werden. Sein Remis-Angebot nehme ich dankbar an. Vorschnell wie ich heute sehe - im nächsten Zug hätte ich mit einer Kombination einen Vorteil von +2 erreichen können.

Brett 6: Ackerl Josef (1609) - Krispel Ferdinand (1658)   1/2 : 1/2

Es wird lange vorsichtig alles versucht. Aber kein Spieler kann einen Vorteil herausholen. So einigen sich die Spieler im Entspiel auf ein Remis.

 

Meine Mannschaft hat knapp verloren - gut gekämpft aber doch kein Mannschaftspunkt! Damit ist auch die Hofffnung auf Platz 1 am Jahresende weit entfernt. 

Und jetzt muss ich noch meine Verwirrung erklären. Ich hab viele Jahre im Verein Söchau gespielt. Mein Sohn und meine Freunde waren gestern unsere Gegner!

 

Bericht: Franz Amtmann

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